In Person & Carte Blanche: Viktoria Schmid - Widerspiegelnde Lichter
Viktoria Schmid hat sich seit ihren ersten Veröffentlichungen in den 2010er Jahren als gefragte Filmkünstlerin etabliert. Ihre Arbeiten werden bei renommierten Festivals gezeigt und im Rahmen von Werkschauen gewürdigt, und in Ausstellungshäusern weltweit sind ihre 16mm-Installationen neben ihren Cyanotypien zu sehen.
Ihre ersten Begegnungen mit analogem Filmmaterial machte sie – mit Hintergrund in der Punkmusikszene und als DJ – als Absolventin der Schule für unabhängigen Film Wien und später als Gründungsmitglied der filmkoop wien.
Schmids künstlerischer Fokus bleibt fortan in der analogen Film- und Fototechnik im weitesten Sinne, sie beschäftigt sich mit dem Trägermaterial, dem Einzelbild, Leinwand- und Bildformaten oder zuletzt verstärkt mit historischen Farbverfahren des Analogfilms. Aus diesen Recherchen entstehen in eigener Herangehensweise an die Materie mal rohe, mal feinsinnige und oftmals poetische Kurzfilme für den Kino- und den Ausstellungsraum.
Dieses In-Person-Programm, eine Kooperation zwischen Filmmuseum, VIENNA SHORTS und sixpackfilm, zeichnet sich dadurch aus, dass neben den Filmen der Künstlerin auch Werke seelenverwandter Filmschaffender zu sehen sind, die Viktoria Schmid in Form einer Carte blanche mit ihren eigenen Filmen in einen Dialog setzt. Dadurch ergeben sich thematische Fokussierungen, die zugleich Schmids eigenen künstlerischen Werdegang widerspiegeln. Keiner Chronologie folgend kreisen diese filmischen Dialoge vielmehr um Begriffspaare, mit denen sich Schmid stets aufs Neue beschäftigt, wie beispielsweise Material und Rhythmus, Landschaft und Leinwand oder Licht und Farbe. (Gerald Weber)
In Kooperation mit dem Österreichischen Fimmuseum und VIENNA SHORTS
Programm 1
Workers Leaving the Factory (Dubai) – Ben Russell, US 2008, 16mm, Farbe, 8 min
A Film Report on 4 of 22 Tests – United States Inter-Agency Committee for Nitrate Film Vault Tests, US 1948, 16mm, Farbe und sw, 13 min
W O W (Kodak)– Viktoria Schmid, AT 2018, 35mm, Farbe, 2 min
Démolition d’un mur (à l’envers) – Louis Lumière, Auguste Lumière, FR 1896, 35mm, sw, 2 min (16 B/Sek)
Les Fredaines de Pierrette (Pierrette’s Escapades) – Alice Guy-Blaché, FR 1900, 35mm, Farbe, 2 min
IT’S A – Viktoria Schmid, AT 2024, DCP, Farbe, 3 min
UFOs – Lillian Schwartz, US 1971, DCP, Farbe, 3 min
NYC RGB – Viktoria Schmid, AT/US 2023, 16mm, Farbe, 7 min
THE FACE – Storefront for Art & Architecture - Sasha Pirker, AT/US 2011, DCP, Farbe, 4 min
A Proposal to project in 4:3 – Viktoria Schmid, AT 2016, 16mm, Farbe, 2 min
Mit dir – Viktoria Schmid, AT 2010, 16mm, sw, 3 min
Eltern (Mutter/Vater) – Friedl vom Gröller, AT 1999, 16mm, sw, 5 min
KatharinaViktoria – Viktoria Schmid, AT 2011, 16mm, sw, 1 min
KatharinaViktoria 2(021) – Viktoria Schmid, AT 2022, 16mm, sw, 1 min
Saallicht – Ernst Schmidt jr., AT 1974, 16mm, sw, 1 min
Was ich am Kino liebe, ist der Raum und die Zeit, die es uns schenkt, um genau hinsehen und hinhören zu können. Das Kino beschert uns (Licht-)Blicke – Erweiterungen unseres Denkens und Sehens. Die Carte blanche vereint einige dieser widerspiegelnde Lichter: Wir agieren nie allein, sondern sind eingebettet in einen Kosmos aus Ideen und Gedanken vieler. Es gibt nichts Beglückenderes, als eine Arbeit zu entdecken, die mit der eigenen in Dialog tritt. Für Lichtblicke sorgen auch meine eigenen Filme im Alltag als Filmschaffende, weil sie immer wieder neue Abenteuer in mein Leben bringen.
(Viktoria Schmid)
Programm 2
Rauhe Gesellen (The Violent Men) [Trailer] – Rudolph Maté, US 1955, 35mm, Farbe, 1 min
The Swell Helena Wittmann – BE 2023, DCP (von 16mm), Farbe, 3 min
Black – Anouk De Clercq, BE 2015, 35mm, Farbe, 5 min
Frame – Lewis Alquist, US 1991, DCP (von 16mm), Farbe, 3 min
A Proposal to project in Scope – Viktoria Schmid, AT/LT 2020, 35mm, Farbe, 8 min
La France pittoresque - Quelques coins des Vosges – Pathé Frères, FR 1914, 35mm, Farbe, 5 min
Rojo Žalia Blau – Viktoria Schmid, AT 2025, 35mm, Farbe, 10 min
Hula – Amy Halpern, US 2022, 16mm, Farbe, 6 min
A Tama for Ektachrome – Viktoria Schmid, AT 2016, DCP (von Super 8), Farbe, 1 min
Testfilm – Josef Mroz, AT 1930, DCP (von 9,5mm), Farbe, 2 min
ACHTUNG / HALLO 35 – Viktoria Schmid, AT 2010, 35mm, sw, 2 min
Golan – Viktoria Schmid, AT 2012, 16mm, sw, 2 min
Island fuse – Arthur Cantrill, Corinne Cantrill, AU 1971, 16mm, Farbe, 11 min
Foodfilms – Viktoria Schmid, AT 2010, 16mm, Farbe und sw, 8 min
Die Reduktion, der Kurzfilm als Destillat, das einen neuen, konzentrierten Blick ermöglicht, ist ein zentraler Aspekt meines filmischen Denkens. Ebenso wichtig ist das Zurückblicken in der Filmgeschichte, um die Gegenwart neu zu denken. Das frühe Kino und die historische Entwicklung der Filmtechnik sind bedeutende Inspirationsquellen für meine Arbeiten, in denen ich alltägliche Sehgewohnheiten reflektiere. Mit meinen Filmen erkunde ich – als visuelle Forscherin mit viel Freiraum, um das Erstaunliche im Alltäglichen zu entdecken. (Viktoria Schmid)
Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1
1010 Wien
Kartenreservierungen: 533 70 54 oder online: filmmuseum.at