Burning Palace
Eine Bühne, Marmorsäulen, der rote Vorhang schließt sich. "You only have a split second of a pose to multiply your transgression." Wie eine provokante Handlungsanleitung klingt dieser erste Satz, der die Eröffnungssequenz einleitet: das Spiel von fünf Figuren, verstrickt in erotischem Innuendo, mehr Schein als Sein: Die pornographischen Posen sind lediglich in ihrem Schattenwurf sexuell interpretierbar. Tatsächlich im gleißenden Licht: fünf ProtagonistInnen, die sich aufwärmen für eine Nacht im Hotel "Burning Palace".
Noch selten erfuhr Körperpräzisionsarbeit eine derart dichte filmische Entsprechung wie in Mattuschkas/Harings neuem Film. In ausgetüftelten tableaux vivants erwachen schwitzige Leiber aus einer unruhigen, traumerfüllten Hotelnacht, räkeln ihre...