giuliana 64:03
Auf weißem Hintergrund fallen vom linken oberen Bildrand schwarze Rechtecke. Diese verdichten sich zu größeren Flächen, um sich gleich darauf wieder zu verkleinern oder übereinander zu schieben, mitunter durch schmale weiße Linien voneinander abgehoben. Wie die Leinwand im Kino tragen die rechteckigen Flächen das schemenhafte, digital bearbeitete Laufbild des Gesichts einer Frau, welches als solches kaum zu erkennen ist. Vielmehr verschmelzen seine pixilierten Umrisse mit den abstrakten Formen, die sich immer aufs Neue bilden. Wie in einem Puzzle tauchen einzelne Details des Gesichts in verschiedenen Flächen auf, deren verschiedenen Teile nach und nach zusammengefügt werden, ohne jedoch je ein fertiges Bild zu ergeben. Die stark reduzierte Tonspur, die, wie das visuelle Ausgangsmaterial,
Antonionis Il deserto rosso entstammt, unterstreicht die Klarheit der Bilder und öffnet den Blick auf die Formen, die sich permanent verändern. Das auf schwarze und weiße flimmernde Flächen reduzierte Gesicht reiht sich in diese strenge Komposition ein. An einem Punkt wird das Bild durch die permanente Überlagerung verschiedener Schichten beinahe zur Gänze schwarz. Kurz darauf drängen die schemenhaften Konturen des Gesichts wieder ins Blickfeld. Fast scheint es sich am Ende gegenüber den abstrakten Formen durchzusetzen. Dieser Eindruck wird durch die Ablösung des Rauschens auf der Tonspur durch menschliche Stimmen verstärkt. Bevor sich jedoch die Musik, die plötzlich einsetzt, ausbreiten kann, und die schwarz-weißen Konturen zur Gänze als Reproduktion einer menschlichen Gestalt zu erkennen sind, drehen sie sich schnell zur Seite, und das Bild verliert sich ins Schwarze. (Corinna Reicher)
giuliana 64:03
2003
Österreich
3 min